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Nachdem du nun die Vorteile kennst, schauen wir darauf, wie du OER konkret nutzen kannst. Durch offene Materialien ergeben sich viele neue Optionen für die Unterrichtsgestaltung:
- Vorhandenes Material direkt einsetzen: Du kannst existierende OER (etwa Arbeitsblätter, Erklärvideos, Bilder oder Texte) einfach in deinen Unterricht integrieren. Plattformen wie MUNDO oder OERinfo bieten umfangreiche Sammlungen solcher Materialien, die du durchsuchen kannst . Hast du etwas Passendes gefunden – z.B. ein Geometrie-Arbeitsblatt für Mathe oder ein Lesetext in Sachkunde – kannst du es sofort verwenden, da die Lizenz es dir erlaubt, es frei zu nutzen.
- Material anpassen und kombinieren: Der vielleicht größte Vorteil von OER ist, dass du Materialien verändern und auf deine Klasse zuschneiden darfst. Gefällt dir ein Arbeitsblatt, aber es ist zu schwer für deine Drittklässler? Kein Problem – du darfst Aufgaben vereinfachen oder ergänzen. Du kannst sogar mehrere OER-Quellen zusammenführen (Remix), z.B. ein Bild aus einer Quelle mit einem Text aus einer anderen kombinieren. So passt du die Inhalte an die Bedürfnisse deiner Schüler*innen an, ohne rechtliche Sorgen. Wichtig ist nur, dass du bei der Weitergabe der angepassten Materialien wieder die Lizenzhinweise beachtest (dazu später mehr).
- Mit Kolleg*innen teilen: OER erleichtern den Austausch unter Lehrkräften. Du kannst frei lizenziertes Unterrichtsmaterial, das du selbst erstellt oder angepasst hast, rechtssicher mit Kolleg*innen teilen – etwa in der Fachkonferenz, auf Schulplattformen oder via E-Mail. Andere dürfen deine Materialien wiederum nutzen und weiter verfeinern. So entsteht ein gemeinschaftlicher Pool an Erfahrung und Unterrichtsideen, von dem alle profitieren. Statt im stillen Kämmerlein zu werkeln, arbeitet man so ein Stück weit im Team – gerne auch über Schulgrenzen hinweg.
- Neue Unterrichtskonzepte umsetzen: Durch OER kannst du auch innovative Methoden wie den Flipped Classroom leichter realisieren. Beispielsweise lässt du deine Schüler*innen zuhause ein offen lizenziertes Erklärvideo anschauen (z.B. zu einem Sachthema), und in der nächsten Präsenzstunde vertieft ihr das Gelernte durch Übungen oder Diskussion – ohne dich um Lizenzfragen für das Video kümmern zu müssen. Auch interaktive Lernmodule oder Quiz-Apps stehen oft als OER bereit und machen den Unterricht abwechslungsreicher. Gerade für digital gestützte Unterrichtsformen bieten OER eine Fülle an freien Tools und Inhalten (z.B. H5P für interaktive Übungen), die du kreativ einsetzen kannst.
- Eigene OER erstellen: Natürlich kannst du auch selbst OER produzieren – sei es ein Arbeitsblatt, eine Unterrichtseinheit oder ein Erklärvideo – und diese mit einer offenen Lizenz veröffentlichen. Indem du eigenes Material als OER teilst, trägst du aktiv zur Community bei und unterstützt andere Lehrkräfte. Vielleicht hast du ein tolles Lapbook für den Heimat- und Sachunterricht entworfen? Mit einer CC-Lizenz kannst du es online stellen, sodass Kolleg*innen in ganz Deutschland es nutzen und ggf. weiterentwickeln können. Die Erstellung eigener OER fordert anfangs etwas Einarbeitung (z.B. welche Lizenz wähle ich?), bringt aber viel berufliche Bereicherung, da du dich intensiv mit deinem Material auseinandersetzt und Feedback von anderen erhalten kannst.
Du siehst: Mit OER kannst du kopieren, mixen, anpassen und teilen – all das ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Wichtig ist dabei immer, die genauen Lizenzbedingungen einzuhalten (dazu gleich mehr im Abschnitt „Creative-Commons-Lizenzen“), damit alles rechtssicher bleibt. Insgesamt eröffnen OER dir viel kreativen Spielraum im Unterricht und fördern eine offenere Unterrichtskultur.
