Arten und Nutzungsrechte

Im Zusammenhang mit OER wirst du hauptsächlich auf Creative-Commons-Lizenzen (CC) stoßen. Diese Standard-Lizenzen geben an, welche Nutzungsrechte du an einem Material hast und welche Pflichten du einhalten musst. Es gibt vier Grund-Bausteine (Module) bei CC-Lizenzen:

  • BY – Namensnennung: Du musst den Namen der Urheber*in nennen, wenn du das Material nutzt.
  • NC – Non-Commercial (nicht kommerziell): Du darfst das Material nicht kommerziell nutzen. Das heißt, kein Verkauf und keine Verwendung in kommerziellen Kontexten (z.B. in einem kostenpflichtigen Buch oder auf einer monetarisierten Website).
  • ND – No Derivatives (keine Bearbeitung): Du darfst keine Veränderungen am Material vornehmen. Es sind nur exakte Kopien erlaubt – du darfst also nichts bearbeiten, kürzen, remixen etc., wenn dieses Modul gilt.
  • SA – Share Alike (Weitergabe unter gleichen Bedingungen): Du darfst das Material bearbeiten und Veränderungen veröffentlichen, aber nur unter derselben Lizenz wie das Original (oder einer kompatiblen Lizenz) weitergeben . Mit anderen Worten: Deine abgewandelte Version muss wieder die gleiche Offenheit haben.

Aus der Kombination dieser Module ergeben sich sechs verschiedene CC-Lizenztypen (plus eine Sonderform, dazu gleich mehr). Alle echten CC-Lizenzen beinhalten immer das BY-Modul (Namensnennung) – denn selbst bei den freiesten Varianten soll die Urheberschaft angegeben werden. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die sechs CC-Lizenzen und was sie erlauben bzw. verbieten:

  • CC BY (Attribution): Maximale Offenheit. Diese Lizenz erlaubt alle Nutzungen – Kopieren, Verbreiten, Bearbeiten, auch kommerziell – unter der einzigen Auflage der Namensnennung der Urheber*in. (Dies ist für OER ideal, da es kaum Einschränkungen gibt.)
  • CC BY-SA (Attribution – Share Alike): Erlaubt ebenfalls Bearbeitungen und Weitergaben, auch kommerziell, aber: Wenn du das Material veränderst und veröffentlichst, musst du es wieder unter der gleichen Lizenz verbreiten. (Beispiel: Wikipedia steht unter CC BY-SA – alle abgeleiteten Werke müssen wieder CC BY-SA sein.) Namensnennung ist natürlich auch hier Pflicht.
  • CC BY-NC (Attribution – NonCommercial): Erlaubt Bearbeitung und Weitergabe, jedoch nicht zu kommerziellen Zwecken. Du musst den Urheber nennen und darfst das Material z.B. für deinen Unterricht, in Blogs oder Bildungsmedien nutzen, aber nicht verkaufen oder in kommerzielle Produkte integrieren.
  • CC BY-ND (Attribution – NoDerivatives): Erlaubt Nutzung und Weiterverteilung (auch kommerziell), aber keine Bearbeitung. Du musst den Urheber nennen und das Material unverändert lassen. Übersetzen oder kürzen gilt schon als Bearbeitung und ist hier nicht erlaubt.
  • CC BY-NC-SA (Attribution – NonCommercial – ShareAlike): Eine Kombination aus NC und SA: Du darfst das Material bearbeiten und weitergeben, musst es dabei unter derselben Lizenz veröffentlichen und rein nicht-kommerziell verwenden. Diese Lizenz stellt sicher, dass offene Inhalte nicht in kommerziellen Kontext überführt werden, ohne dass sie offen bleiben.
  • CC BY-NC-ND (Attribution – NonCommercial – NoDerivatives): Die restriktivste CC-Lizenz. Du darfst das Material nur unter Namensnennung verbreiten, nicht bearbeiten und nicht kommerziell nutzen. Praktisch heißt das: nur Weitergabe in originaler Form zu nicht-kommerziellen Zwecken. Diese Lizenz schränkt also am meisten ein und wird im OER-Bereich eher selten verwendet, da sie kaum Freiräume außer dem reinen Gebrauch lässt.
Diese Grafik wird von der E-Learning Arbeitsgruppe der TU Darmstadt (Erstellerin: Anne Bieberstein) unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 DE bereitgestellt

Zusätzlich zu diesen sechs gibt es noch die Sonderoption CC0 (CC Zero) – das ist keine Lizenz, sondern eine Art Verzichtserklärung: Der Urheber verzichtet dabei auf alle urheberrechtlichen Ansprüche und stellt das Werk in die Public Domain (Gemeinfreiheit). Für dich als Nutzer bedeutet CC0: Du kannst das Material verwenden, ohne irgendetwas tun zu müssen – eine Namensnennung ist dann freiwillig, Veränderungen und kommerzielle Nutzung sind komplett erlaubt. CC0 ist also am freizügigsten, kommt aber vergleichsweise seltener vor (z.B. bei manchen Bildern oder Datenbanken). Oft trifft man stattdessen auf CC BY als offenste Lizenz mit minimaler Auflage.

Als Lehrkraft solltest du die Kürzel der CC-Lizenzen erkennen, denn sie sagen dir, was du mit dem Material machen darfst. Achte immer auf den Lizenzhinweis beim Material. Zum Beispiel: CC BY-SA 4.0 bedeutet, du musst den Urheber nennen und bei Veränderungen wieder CC BY-SA verwenden. CC BY-NC 4.0 heißt, du musst den Urheber nennen und darfst es nicht kommerziell nutzen, aber verändern ist okay (sofern du es nicht kommerziell weiterverbreitest). CC BY-NC-ND 4.0 schließlich erlaubt dir nur, das Material unverändert und nichtkommerziell zu verwenden – für einen Handzettel in deiner Klasse ist das in Ordnung, aber du dürftest z.B. kein Arbeitsblatt-Buch damit erstellen und verkaufen.

💡 Tipp: Für den Schulbereich sind die offensten Lizenzen am praktischsten, also CC0CC BY oder CC BY-SA, weil sie dir (und anderen) die meisten Freiheiten geben. Materialien mit ND-Modul sind weniger flexibel (du kannst sie nicht anpassen), und NC-Materialien darfst du zwar im Unterricht nutzen (Schule ist nicht-kommerziell), aber du müsstest aufpassen, wenn du z.B. damit Material erstellst, das öffentlich zugänglich ist oder von Dritten kommerziell genutzt werden könnte. Im Zweifel gilt: Schau dir die genaue Lizenz an und nutze am liebsten Inhalte, die du mit möglichst wenig Einschränkungen verwenden kannst. Dann bist du auf der sicheren Seite und förderst ganz im Sinne von OER die Weiterverbreitung von offenem Wissen.

Mini-Quiz: Creative Commons Lizenzen

Teste Dein Wissen über die Creative Commons Lizenzen

1 / 5

Wofür steht das Kürzel BY bei Creative-Commons-Lizenzen?

2 / 5

Was bedeutet das Kürzel NC?

3 / 5

Welche CC-Lizenz ist am offensten und erlaubt fast alles (Nutzung, Bearbeitung, kommerziell)?

4 / 5

Was fordert das Modul SA (Share Alike)?

5 / 5

Ein Bild steht unter CC BY-NC-ND. Was darfst du damit tun?

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